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Hypothek Schweiz: Tragbarkeit, Eigenkapital und Finanzierung einfach erklärt

Wie viel Hypothek können Sie sich leisten? Was bedeuten Tragbarkeit, Belehnung und kalkulatorischer Zinssatz? Dieser Ratgeber erklärt alles, was Sie über die Hypothekarfinanzierung in der Schweiz wissen müssen — von den Eigenkapitalanforderungen über die Tragbarkeitsberechnung bis zum Vergleich von Saron- und Festhypothek.

In KürzeDirekte Antwort

Eine Hypothek ist ein durch Grundeigentum gesichertes Darlehen. In der Schweiz finanzieren Banken in der Regel maximal 80% des Kaufpreises einer Immobilie. Mindestens 20% Eigenkapital müssen Sie selbst aufbringen, davon mindestens 10% als sogenanntes hartes Eigenkapital (nicht aus der Pensionskasse). Die Kosten müssen unter 33% des Bruttoeinkommens liegen, berechnet mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5%.

Tragbarkeitsrechner

Prüfen Sie in wenigen Sekunden, ob Ihre Wunschimmobilie finanziell tragbar ist. Der Rechner verwendet den kalkulatorischen Zinssatz von 5%, wie ihn Schweizer Banken anwenden.

Ihre Angaben
CHF 1’000’000
CHF 200’000
CHF 150’000
Ergebnis
Hypothekarbetrag
CHF 800’000
1. Hypothek (bis 65%)
CHF 650’000
2. Hypothek (65-80%)
CHF 150’000
Belehnung
80.0%
Eigenkapitalquote
20.0%
Kalkulatorische Kosten (5%)
CHF 58’000
Tragbarkeit (% Einkommen)
38.7%

Nicht tragbar

Die kalkulatorischen Kosten von CHF 58’000 übersteigen 33% Ihres Einkommens. Mehr Eigenkapital oder ein höheres Einkommen wäre nötig.

Dieser Rechner dient der Orientierung. Banken verwenden möglicherweise abweichende Parameter. Kalkulatorischer Zinssatz: 5%, Nebenkosten: 1% des Kaufpreises, Amortisation: 1% der Hypothek.

Was ist eine Hypothek?

Eine Hypothek (auch Hypothekarkredit oder Hypothekardarlehen) ist ein Darlehen, das durch ein Grundpfandrecht auf einer Immobilie gesichert wird. Die Bank leiht Ihnen Geld für den Kauf einer Liegenschaft und erhält im Gegenzug ein Pfandrecht auf das Grundstück als Sicherheit.

In der Schweiz ist die Hypothek das gängigste Instrument zur Immobilienfinanzierung. Anders als in vielen anderen Ländern werden Schweizer Hypotheken in der Regel nie vollständig amortisiert. Grund dafür sind steuerliche Vorteile: Hypothekarzinsen können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Die Hypothek wird in zwei Tranchen aufgeteilt:

1. Hypothek

Bis 65% des Verkehrswertes. Muss nicht amortisiert werden. Langfristige Finanzierung mit den günstigsten Konditionen.

2. Hypothek

Von 65% bis 80% des Verkehrswertes. Muss innerhalb von 15 Jahren oder bis zur Pensionierung amortisiert werden (je nachdem, was früher eintritt).

Wie funktioniert eine Hypothek in der Schweiz?

Der Weg zur eigenen Immobilie in fünf Schritten:

Schritt 1

Eigenkapital sichern

Mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital aufbauen. Davon müssen 10% hartes Eigenkapital sein (Ersparnisse, 3. Säule, Erbvorbezug).

Schritt 2

Tragbarkeit prüfen

Die kalkulatorischen Kosten (5% Zins + 1% Nebenkosten + 1% Amortisation) dürfen maximal 33% des Bruttoeinkommens betragen.

Schritt 3

Hypothekarmodell wählen

Festhypothek (fixe Laufzeit 2-15 Jahre) oder Saron-Hypothek (variabler Zinssatz, quartalsweise angepasst).

Schritt 4

Offerten vergleichen

Mindestens 3 Angebote einholen von Banken, Versicherungen und Pensionskassen. Die Zinsunterschiede können über die Laufzeit mehrere Zehntausend Franken ausmachen.

Schritt 5

Abschluss und Grundbucheintrag

Der Hypothekarvertrag wird unterzeichnet, das Grundpfandrecht im Grundbuch eingetragen. Der Kaufpreis wird via Notar abgewickelt.

Eigenkapital: Wie viel brauche ich?

Schweizer Banken verlangen mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital. Dabei gilt eine wichtige Unterscheidung:

Hartes Eigenkapital (min. 10%)

Ersparnisse, Säule 3a, Erbvorbezug, Schenkungen. Diese Mittel stammen nicht aus der 2. Säule.

Weiches Eigenkapital (max. 10%)

Gelder aus der Pensionskasse (2. Säule). Dürfen maximal die Hälfte des Eigenkapitals ausmachen.

Quellen für Eigenkapital

Ersparnisse

Hartes Eigenkapital

Bankguthaben, Wertschriften und andere liquide Mittel. Gilt vollumfänglich als hartes Eigenkapital.

3. Säule (Säule 3a)

Hartes Eigenkapital

Vorbezug oder Verpfändung möglich. Zählt als hartes Eigenkapital. Vorbezug ist alle 5 Jahre möglich.

Pensionskasse (2. Säule)

Weiches Eigenkapital

Vorbezug oder Verpfändung möglich. Zählt NICHT als hartes Eigenkapital. Maximal bis 65% der Belehnung einsetzbar.

Erbvorbezug / Schenkung

Hartes Eigenkapital

Zuwendungen von Eltern oder Verwandten. Gilt als hartes Eigenkapital, sofern nicht rückzahlbar.

Bestehendes Grundeigentum

Hartes Eigenkapital

Falls Sie bereits eine Immobilie besitzen, kann deren Wert als Eigenkapital angerechnet werden.

Rechenbeispiel: Kaufpreis CHF 1'000'000

Eigenkapital (20%)CHF 200'000
Davon hartes EK (min. 10%)CHF 100'000
Davon Pensionskasse (max. 10%)CHF 100'000
1. Hypothek (65%)CHF 650'000
2. Hypothek (15%)CHF 150'000

Saron-Hypothek vs. Festhypothek

Die Saron-Hypothek (Swiss Average Rate Overnight) hat den früheren Libor als Referenzzinssatz abgelöst. Sie wird quartalsweise an den aktuellen Marktzins angepasst. Die Festhypothek bietet dagegen einen fixen Zinssatz über die gesamte Laufzeit.

MerkmalSaron-HypothekFesthypothek
ZinssatzVariabel, basiert auf dem SARON-ReferenzzinsFix über die gesamte Laufzeit
LaufzeitUnbefristet, quartalsweise angepasst2 bis 15 Jahre (üblich: 5-10 Jahre)
ZinsrisikoHoch — Zins kann steigenKein Risiko während der Laufzeit
ZinsniveauHistorisch oft günstiger als FesthypothekAufschlag gegenüber Saron (Risikoprämie)
FlexibilitätJederzeit kündbar (3 Monate Frist)Vorzeitige Auflösung nur gegen Entschädigung
PlanbarkeitMonatliche Kosten können schwankenVolle Planungssicherheit
Geeignet fürRisikofreudige Kreditnehmer, die von fallenden Zinsen profitieren möchtenSicherheitsbewusste Kreditnehmer, die planbares Budget bevorzugen

Kombination möglich

Viele Schweizer Immobilienbesitzer kombinieren eine Festhypothek für den Grossteil der Finanzierung mit einer Saron-Tranche für mehr Flexibilität. So profitieren Sie von der Planungssicherheit und behalten gleichzeitig die Möglichkeit, bei sinkenden Zinsen zu sparen.

Weiterführende Informationen

Häufig gestellte Fragen

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um Hypotheken, Tragbarkeit und Eigenkapital in der Schweiz.

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