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Bau-Glossar

200+ Schweizer Baubegriffe einfach erklärt. Von A wie Absteckung bis Z wie Zonenplan.

Absteckung

Übertragung der geplanten Gebäudeposition auf das Grundstück mittels Pflöcken und Schnüren. Wird vom Geometer durchgeführt.

Amtliche Vermessung

Offiziell anerkannte Vermessung eines Grundstücks durch den Kanton oder die Gemeinde.

Attikageschoss

Zurückgesetztes oberstes Stockwerk eines Gebäudes, das nicht zur vollen Geschosszahl zählt.

Auflage

Bedingung der Baubehörde, die bei der Baubewilligung erfüllt werden muss (z.B. Lärmschutz, Parkplätze).

Ausnützungsziffer

Verhältnis der anrechenbaren Geschossfläche zur Grundstücksfläche. Bestimmt, wie viel gebaut werden darf.

Bauabnahme

Behördliche und private Kontrolle des fertigen Bauwerks. Prüft die Übereinstimmung mit Plänen und Vorschriften.

Baubeschrieb

Detaillierte schriftliche Beschreibung aller Baumaterialien, Ausbaustandards und Leistungen eines Bauprojekts.

Baubewilligung

Offizielle Genehmigung der Gemeinde/Stadt, die zum Bauen berechtigt. Muss vor Baubeginn vorliegen.

Baugrube

Ausgehobene Vertiefung im Boden, in der das Fundament und Untergeschoss erstellt werden.

Bauherrschaft

Person oder Organisation, die ein Bauprojekt in Auftrag gibt und finanziert. Trägt die Gesamtverantwortung.

Baukommission

Gemeindebehörde, die Baugesuche prüft und über Baubewilligungen entscheidet.

Baulinie

Vom Kanton oder der Gemeinde festgelegte Linie, die den minimalen Abstand eines Gebäudes zur Strasse definiert.

Bauprofil

Holz- oder Metallstangen mit Latten, die die Umrisse und Höhe eines geplanten Gebäudes auf dem Grundstück markieren.

Bauzone

Im Zonenplan definiertes Gebiet, in dem Bauen erlaubt ist. Unterscheidung in Wohn-, Gewerbe-, Mischzonen etc.

BKP (Baukostenplan)

Schweizer Standardsystem zur Gliederung und Budgetierung von Baukosten. Struktur von BKP 0 (Grundstück) bis BKP 9 (Ausstattung).

Bruttogeschossfläche (BGF)

Gesamte Fläche aller Geschosse, gemessen an der Aussenkante der Aussenwände. Relevant für Ausnützungsberechnung.

Dienstbarkeit

Im Grundbuch eingetragenes Recht, das ein Grundstück zugunsten eines anderen belastet (z.B. Wegrecht, Leitungsrecht).

Einsprache

Formeller Widerspruch gegen ein Baugesuch durch Nachbarn oder betroffene Parteien innerhalb der Auflagefrist.

Erschliessung

Anschluss eines Grundstücks an Strasse, Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation.

Fassade

Äussere Hülle eines Gebäudes. Umfasst Verkleidung, Fenster, Isolation und gestalterische Elemente.

Flachdach

Dach mit einer Neigung unter 5°. Oft begrünt oder als Terrasse nutzbar. Erfordert spezielle Abdichtung.

Gebäudehülle

Gesamtheit aller Bauteile, die das beheizte Volumen vom Aussenklima trennen (Dach, Wände, Boden, Fenster).

Gestaltungsplan

Detaillierter Nutzungsplan für ein bestimmtes Gebiet, der von den allgemeinen Zonenvorschriften abweichen kann.

Grenzabstand

Mindestabstand eines Gebäudes zur Grundstücksgrenze, festgelegt im kantonalen Baugesetz.

Grundbuch

Öffentliches Register, in dem Eigentumsverhältnisse, Dienstbarkeiten und Grundpfandrechte eines Grundstücks eingetragen sind.

Grundriss

Horizontaler Schnitt durch ein Gebäude, der die Raumaufteilung, Wände, Türen und Fenster zeigt.

Honorar SIA

Nach SIA 102/108 berechnetes Architekten- oder Ingenieurhonorar, basierend auf den Baukosten und dem Leistungsumfang.

Kataster

Amtliches Verzeichnis aller Grundstücke mit deren Fläche, Nutzung und Eigentumsverhältnissen.

Kostenvoranschlag (KV)

Detaillierte Kostenberechnung für ein Bauprojekt mit ±10% Genauigkeit, typisch in SIA-Phase 3.2.

Kubatur

Gebäudevolumen in Kubikmetern, berechnet nach SIA 416. Basis für Kostenschätzungen.

Landwert

Marktwert des unbebauten Grundstücks. Wichtig für die Finanzierung und Renditeberechnung.

Mängelhaftung

Gesetzliche Garantiepflicht des Unternehmers für Baumängel. In der Schweiz 5 Jahre gemäss SIA-Norm 118.

Minergie

Schweizer Baustandard für energieeffiziente Gebäude. Varianten: Minergie, Minergie-P, Minergie-A, Minergie-ECO.

Nutzungsplanung

Festlegung durch die Gemeinde, wie Grundstücke genutzt werden dürfen (Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft etc.).

Parzelle

Im Grundbuch eingetragenes, eindeutig abgegrenztes Grundstück mit eigener Nummer.

Quartierplan

Detaillierter Bebauungsplan für ein bestimmtes Quartier oder Areal mit verbindlichen Gestaltungsvorschriften.

Reglement

Kommunale Bauordnung oder Baureglement, das die kantonalen Vorschriften auf Gemeindestufe ergänzt.

Rohbau

Bauzustand nach Erstellung der tragenden Struktur (Fundament, Wände, Decken, Dach) ohne Innenausbau.

Schnitt

Vertikale Darstellung eines Gebäudes, die Geschosshöhen, Dachneigung und Geländeverlauf zeigt.

SIA (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein)

Berufsverband, der Normen, Ordnungen und Leistungsmodelle für Planung und Bau in der Schweiz definiert.

SIA-Phasen

Die 6 Leistungsphasen nach SIA 112: Strategische Planung, Vorstudien, Projektierung, Ausschreibung, Realisierung, Bewirtschaftung.

Submission

Ausschreibungsverfahren, bei dem Handwerker und Unternehmer Offerten für definierte Bauleistungen einreichen.

Totalunternehmer (TU)

Firma, die Planung und Ausführung eines Bauprojekts aus einer Hand anbietet, zum Festpreis.

Tragbarkeit

Bankkriterium: Die Wohnkosten dürfen maximal ein Drittel des Bruttoeinkommens betragen (kalkuliert mit 5% Zins).

U-Wert

Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteils (W/m²K). Je tiefer, desto besser die Isolation.

Unternehmer

Handwerksbetrieb oder Baufirma, die eine bestimmte Bauleistung im Auftrag der Bauherrschaft ausführt.

Werkvertrag

Vertrag zwischen Bauherrschaft und Unternehmer über eine definierte Bauleistung zu einem vereinbarten Preis.

Zonenplan

Behördlich festgelegter Plan, der das Gemeindegebiet in verschiedene Nutzungszonen einteilt (Wohn-, Gewerbe-, Landwirtschaftszonen etc.).

Zuschlag

Entscheid der Bauherrschaft, welchem Unternehmer nach der Submission der Auftrag erteilt wird.

Zweite Hypothek

Hypothek über 65-80% des Belehnungswerts. Muss innerhalb von 15 Jahren amortisiert werden.

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